Spanische Bankenkrise – ein möglicher Auslöser der globalen Kernschmelze

Das neue Jahr droht in Spanien mit einer neuen Bankenkrise zu beginnen – möglicherweise schon gleich am 1. Januar. Seit Monaten hat die spanische Regierung den Druck aus Brüssel ignoriert, ihre Anteile an wichtigen Banken, an denen sie mehr als zwei Drittel der Aktien hält – darunter Bankia und Banco Mare Nostrum -, abzustoßen. Nach den neuen „Bail-in“-Regeln, die am 1. Januar in Kraft treten, würden diese Aktien wertlos, sobald die betreffende Bank abgewickelt wird.

Tatsache ist, daß kaum etwas gelöst wurde, seit die spanische Regierung mit den 100 Mrd. Euro, die die Europäische Union Spanien an Bail-out-Geldern vorgeschossen hatte, die meisten Banken des Landes gestützt hatte, nachdem die Spekulationsblase auf dem spanische Immobilienmarkt geplatzt war. In den letzten Jahren folgten lediglich weitere Stützungen, in deren Rahmen die Banken weiter konsolidiert wurden. So sind heute von den einst 46 „Cajas“ – Sparkassen -, die besonders stark von dem Kollaps der Immobilienblase betroffen waren, nur noch zwei übrig. Obwohl eine sogenannte „bad bank“ für die faulen Schulden geschaffen wurde, wurde nur ein kleiner Teil des gewaltigen Berges an notleidenden Krediten auf sie übertragen, der größte Teil der faulen Kredite wird in den Bilanzen der verbliebenen Banken weiter als Aktiva geführt. In den letzten Monaten haben diese Banken Milliarden an Euros an Kreditportfolios, vor allem Immobilienkredite, auf die Finanzmärkte geworfen, wo sie insbesondere von ausländischen Investmentfonds zu Ramschpreisen aufgekauft wurden. Der größte unter diesen Anlegern ist wie zu erwarten, Goldman Sachs, das am Ende vermutlich so viel Grundbesitz in Spanien halten wird, daß sie damit eine separatistische Bewegung starten könnte.

Theoretisch sind die Banco Bilbao Vizcaya Argentaria und die Banco Santander in bestem Zustand – aber sie sind am stärksten exponiert gegenüber dem weltweiten Bankensystem. Santander gilt bereits als eine globale „systemrelevante“ Bank, die zu groß sei, um sie scheitern lassen zu können.

Zu den Banken, die immer noch als gefährdet gelten, gehören die verstaatlichten Kreditbanken Bankia SA und Liberbank SA, die im vergangenen Jahr bei einem „Streßtest“ der europäischen Bankaufsichtsbehörden durchgefallen waren. Weitere gefährdete Banken sind die Banco Mare Nostrum SA, Ibercaja Banco SA und Unicaja Banco SA, die aus der Fusion gescheiterter Sparkassen entstanden waren. Nun hofft man, sie mit der CaixaBank, der Banco Sabadell oder der Banco Popular fusionieren zu können.

Aber das ist natürlich nur eine theoretische Möglichkeit, da diese letzteren Banken ebenfalls bis über die Ohren mit faulen Krediten überladen sind, die sie – insbesondere die CaixaBank – nun auf den Finanzmärkten verramschen, um den neuen europäischen Vorschriften über das Verhältnis fauler Kredite zum Eigenkapital zu entsprechen. Faktisch versucht man, die verbleibenden Banken durch die Konsolidierung ebenfalls zu „systemrelevanten“ Banken zu machen – was sie zum Katalysator eines noch weit größeren Bankenkrachs machen würde.

Die Europäische Kommission und die Europäische Zentralbank sowie deren Lakaien in der spanischen Regierung haben vermutlich bereits ihre Vorstellungen, welche Banken nach den neuen, noch brutaleren Regelungen als bisher unter völliger Mißachtung der nationalen Souveränität durch einen Bail-in „abgewickelt“ werden sollen, um eine Handvoll von europäischen Megabanken zu schaffen, die übrig bleiben sollen, wenn sich nach dem Finanzkrach der Staub wieder gelegt hat. Dabei machen sie jedoch die Rechnung ohne den Wirt, denn wenn die gesamte Blase der Finanzspekulationen platzt, decken die für den Bail-in in Frage kommenden Werte lediglich 1% dieser Wettschulden ab; mit anderen Worten: das Finanzsystem würde sich – einschließlich der „systemrelevanten“ Banken – schlagartig auflösen.

Die einzige Lösung, um Chaos zu vermeiden, ist die sofortige, globale Einführung des Glass-Steagall-Bankentrennung-Gesetzes, so wie es Präsident Franklin D. Roosevelt 1933 durchgeführt hatte, gefolgt von massiver Kreditschöpfung für die Realwirtschaft.

Quelle: Spanische Bankenkrise – ein möglicher Auslöser der globalen Kernschmelze

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