Deutsch(land) – ein Vorwort | N8Waechter.info

Daß die derzeit in Deutschland Gewalthabenden samt der deren Gewalt medial Vermittelnden fast ausnahmslos charakterliche, sittliche und intellektuelle Nichtse sind, ist im auslaufenden Jahr endgültig jedem offensichtlich geworden, den die fast allgegenwärtige “staatliche” Gehirnwäsche nicht oder nicht mehr erreicht. Auch wer vor zehn Jahren noch “vernünftig” redete und schrieb, jetzt aber mit nur zu offenkundigem Falsch in das böse Lied von “armen Geflüchteten” einstimmt, gehört in diese Kategorie.

Vor zehn Jahren war der Zeitgeist noch ein etwas anderer, und man blökte noch mit den Schafen, mit deren wölfischen Feinden man heute heult. Diese Nichtse haben mit den Altvorderen, die sie einst beerbten – man weiß nicht, ob man Kohl noch dazurechnen darf, vielleicht war Schmidt das letzte “Etwas” der BRD –, auch den Rest des kulturellen Fundaments dieser BRD in den Orkus gestoßen. Wer Herbert Wehner einst verfluchte, wünscht ihn sich, als in kulturloser Wüste Verdurstender, jetzt zurück.

In Aufzeichungen lange verklungener Fernsehinterviews nachzuerleben, wie der alte Wehner mit der größten Unerbittlichkeit jeden noch so komplex geratenen Satz korrekt zu Ende zu bringen sich erfolgreich mühte, erzeugt noch heute ein wehmütiges Heimatgefühl, auch wenn man ihn für die in solchen Sätzen geäußerten politischen Anschauungen zum Teufel wünschen mag. Wehner besaß etwas, was in der heutigen Politik praktisch nicht mehr existiert, von aktuellen Seiteneinsteigern wie Jörg Meuthen einmal abgesehen: tätigen Respekt vor der deutschen Sprache als Basis unserer nationalen Existenz.

Mit Nichtsen, so viel scheint klar, kann man keine Zukunft gestalten, und es hat auch wenig Sinn, sich täglich neu über sie aufzuregen, das lähmt nur, und davon profitieren wiederum die Nichtse. Die Nichtse wollen überhaupt keine deutsche Zukunft, sie sagen es öffentlich ungeniert und unsanktioniert.

Die Parole “We love Volkstod”, vor der eine Abgeordnete einer der beiden Regierungsparteien im Land Brandenburg posiert hatte, geht auf dem ANTIFA-Aufkleber, den ein Freund vor meinen Augen von einer Leipziger Laterne abzog, so weiter: “You say Deutschland, we say die”.

Das Kauderwelsch ist Programm: Auch “Say it loud, say it clear, refugees are welcome here” soll klarmachen: Deutsch(land) ist “hier” nicht mehr willkommen. Die Nichtse sagen einfach, “unser Land” werde sich “verändern”, obwohl das Beispiel Spanien (schon lange) und Ungarn (neuerdings) zeigen, daß diese “Veränderung” einzig der willkürlichen Entscheidung der derzeit Gewalthabenden entspringt. Und obwohl, was noch weit dramatischer ist, dieser Veränderungswille im Lichte des deutschen Grundgesetzes nicht nur klar verfassungswidrig, sondern verfassungsfeindlich ist.

Die Nichtse haben in den letzten 25 Jahren, in denen sie sich erst richtig zu falscher Bedeutung aufgeblasen haben, den Rest an öffentlicher Kultur samt Achtung des Rechtsstaats umfassend vernichtet. Es ist nichts mehr da, woraus man “etwas” wiederaufbauen könnte. Schiller und Goethe werden nicht mehr gespielt, und wenn, dann grotesk verfremdet.

Erklingt im Konzertsaal doch noch einmal Beethoven, dann gerne vor der Pause, so daß der Zwölfton-Matsch danach die zunächst erhobene Seele wieder in den Dreck zurückdrücken kann. Was da ist, ist geistig-kultureller Kehricht. Die buchstäbliche weiße (oder schwarze) Leinwand wird auf den großen Kunstauktionen für zig Millionen versteigert, während das Gemälde, dessen (ziemlich kleiner) Ausschnitt [siehe Titelbild] diesen Blog ziert, nur wenige Millionen “bringen” dürfte.

Die Nichtse haben, um selbst als etwas zu erscheinen, alles Deutsche, allgemein alles Große und Heil(ig)e verächtlich und lächerlich zu machen gesucht, bei einer großen Zahl von Menschen mit Erfolg. Wir müssen uns eine (rechts)staatsbildende nationale Identität erst wieder aneignen, sei es unsere eigentliche, deren Trümmer jetzt unter dem Kehricht liegen, sei es eine ganz neue, wobei ich persönlich nicht wüßte, wo diese herkommen sollte.

Ich will meinen kleinen Teil beitragen und mich bemühen, hier ab sofort in loser Folge Trümmerteile dessen zusammenzutragen, was einmal “deutsch” gewesen ist, teilweise noch ist und selbstverständlich auch in größerem Maße wieder werden könnte. Wer mir bei dieser Arbeit durch Hinweise auf Trümmer(halden) und durch eigene Rekonstruktionen helfen möchte, ist sehr herzlich eingeladen, mir diese vermittels der Kommentarfunktion zukommen zu lassen (“eigentliche” Kommentare sind natürlich ebenfalls, wie immer, willkommen).

Ich selbst habe zum ersten Mal in tiefster Seele empfunden, “deutsch” zu sein, als ich einst im Fernsehen ein Stück aus Peter Steins Mammut-Inszenierung von Goethes “Faust” sah. Es schlug ein wie der Blitz aus heiterem Himmel, wie (wieder)erkennende kindliche Liebe auf den ersten Blick. Vielleicht helfen die gefundenen und rekonstruierten Trümmerteile dem einen oder anderen, sein Verhältnis zu Deutschland in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft und zu seinem eigenen Deutschsein ein wenig klarer zu sehen und zu gestalten, als es nach allem, was man ringsum so lesen kann, bei den meisten Deutschen derzeit der Fall ist.

Vielleicht klingt dem einen oder anderen in den Zeilen, die hier erscheinen werden, den originalen und den von mir und anderen (re)konstruierten, mal weniger, mal mehr, er selbst entgegen, seine eigenen Empfindungen, Haltungen, Überzeugungen, ähnlich wie bei mir einst der Faust aufs erstaunte Auge gepaßt hat.

Quelle: Deutsch(land) – ein Vorwort | N8Waechter.info

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