China-Crash: Good Bye „China-Story“ – Reißt das Ende des China-Booms die Weltwirtschaft in den Abyss?

Führende Ökonomen erwarten einen drastischen Rückgang des Wachstums in China, der die Weltwirtschaft auf Jahre hinaus schwächen könnte. „Die China-Story geht zu Ende“, sagt Dennis Snower, Präsident des Kieler Instituts für Weltwirtschaft, in der Wochenzeitung „Die Zeit“. Daher sei es möglich, dass die globale Wirtschaft nun „in eine Zeit des langsameren Wachstums“ komme.

Sebastian Heilmann, Direktor des Berliner Mercator Institute for China Studies (Merics), erwartet in der „Zeit“ einen Wachstumsrückgang von derzeit offiziell knapp 7 Prozent auf unter 5 Prozent, „vielleicht sogar auf zwei oder drei Prozent“. Heftige Einbrüche an den chinesischen Börsen Shanghai und Shenzen haben seit dem Jahreswechsel auch die Kurse der Börsen in Europa und den USA nach unten gedrückt (mehr dazu siehe hier und hier). Der deutsche Leintindex DAX rutschte zeitweilig unter die psychologisch wichtige 10.000-Punkte-Marke. Der schwarzer Börsenauftakt ging auch an den Superreichen nicht spurlos vorbei. Bill Gates, Warren Buffett und Co. verloren auf einen Schlag 62,2 Milliarden US-Dollar (mehr dazu hier).

+++ „Die Angst vor einer neuerlichen Rezession ist zurück – und das zu Recht“, schreibt der Makroökonom und Strategieberater Dr. Daniel Stelter in seinem Think Tank „Beyond the obvious“. Schon seit Monaten deute sich eine deutliche Abschwächung der Wirtschaft an. „China war die Lokomotive der Weltwirtschaft; wenn sie schwächelt bekommen auch wir ein Problem.“ (Lesen Sie mehr hier.) +++

„China erlebt eine Industriekrise“, sagt Merics-Chef Heilmann der „Zeit“ und ergänzt: „die neuen Wachstumsbranchen schaffen es nicht, den Einbruch in der Schwer- und Bauindustrie sowie bei Exporten zu kompensieren.“ Eine dauerhafte Schwächung der chinesischen Wirtschaft könnte auch Deutschland schaden. Zwar gehen nicht einmal sieben Prozent der hiesigen Ausfuhren in die Volksrepublik, andererseits entfielen aber von 140 Milliarden Euro Exportwachstum der Jahre 2008 bis 2014 rund 40 Milliarden direkt auf China. Besonders groß ist die Abhängigkeit bei den deutschen Automobilkonzernen: sie verkauften gut ein Viertel aller von ihnen hergestellten PKW nach China.

+++ Das könnte den Anfang einer neuen Finanzkrise markieren, warnt Finanzexperte George Soros. „Wenn ich mit die Finanzmärkte ansehe, stehen wir vor einer ernsten Herausforderung, die mich an die Krise von 2008 erinnert,“ sagte Soros laut „Bloomberg“ auf einem Wirtschaftsforum in Sri Lanka. Das Reich der Mitte habe ein erhebliches Problem, sich den neuen Umgebungsvariablen anzupassen. Das Land sei auf der Suche nach einem neuen Wachstumsmodell, das dem Wandel zu einer Konsum- und Dienstleistungsindustrie Rechnung trägt. Die im vergangenen Jahr verstärkte Abwertung der Landeswährung transferiere die Probleme zugleich auch auf den Rest der Welt. (Lesen Sie mehr hier.) +++

Seit 1990 ist Chinas Wirtschaftsleistung in jedem Jahr um mindestens sieben Prozent gewachsen. So stieg das einst rückständige Land zur zweitgrößten Volkswirtschaft der Erde und zum wichtigsten Absatzmarkt für Rohstoffproduzenten, Konsumgüter- oder Autohersteller wie Volkswagen auf. Nach rund einem Vierteljahrhundert Modernisierung stößt das bisherige Wachstumsmodell nun aber an technische, ökologische und soziale Grenzen, so das Fazit der „Zeit“. Und der von der Führung geplante Umbruch hin zu einer Hightech- und Dienstleistungsgesellschaft wird sich nach Einschätzung der Ökonomen noch über Jahre hinziehen – sofern er überhaupt gelingt.

 

Quelle: China-Crash: Good Bye „China-Story“ – Reißt das Ende des China-Booms die Weltwirtschaft in den Abyss?

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