Vorsicht, Verschwörungstheorie! – Der BRD Schwindel

von Jens Wernicke

Haben Sie es auch schon gelesen: Auf Friedensdemonstrationen trifft man heutzutage angeblich viele Rechte an. Die meisten, die das Völkerrecht verteidigen oder die Auswüchse des Casino-Kapitalismus kritisieren, sind latente Antisemiten. Wer gegen TTIP ist, verbirgt hinter linker Attitüde vielleicht nur dumpfen Nationalismus und Querfront-Sympathie. Und diejenigen, die nicht gleich alles glauben, sondern auf Ungereimtheiten auch hinweisen und sich der Mehrheitsmeinung nicht per se beugen: das sollen alles Spinner sein, denn sie glauben an „Verschwörungstheorien. Was aber meint dieser Begriff eigentlich? Wo kommt er her? Und warum wird er aktuell so häufig verwandt? Darüber sprach ich mit dem Schweizer Friedensforscher Daniele Ganser, den Medien und interessierte Kreise seit einiger Zeit selbst als „Verschwörungstheoretiker“ zu diskreditieren versuchen.


Herr Ganser, durch WikiLeaks und andere sind in der letzten Zeit einige brisante Dokumente, die staatliche Mechanismen zur Manipulation respektive Lenkung der öffentlichen Meinung offenbaren, an die Öffentlichkeit gelangt. Da wurde inzwischen nicht nur belegt, dass etwa im „Krieg um die Köpfe“  seit einiger Zeit ganz gezielt Frauen propagandistisch angesprochen werden, um auch und insbesondere diese zur Zustimmung zu westlichen Kriegen im Nahen Osten zu bewegen. Da gibt es inzwischen auch Papiere, die darlegen, wie mit Spins und Propaganda diejenigen, die die richtigen Fragen stellen, in Verruf gebracht werden sollen. Was ist hier über die entsprechenden Strategien von Seiten der Mächtigen bekannt?

Wir stecken heute mitten im Informationskrieg. Immer mehr Menschen erkennen das und wachen sozusagen auf. Diese wachen Menschen lehnen Kriegspropaganda ab und versuchen, sich ein eigenes Bild von der Welt und den politischen Ereignissen zu machen, zum Beispiel indem sie verschiedene alternative Medien konsumieren. Es ist heute wichtig zu verstehen, dass die Massenmedien in diesem laufenden Informationskrieg benutzt werden, um die Menschen zu lenken und zu steuern. Wie Edward Bernays in seinem Buch “Propaganda” schon 1925 erklärte, kann man das Denken der Öffentlichkeit ganz genauso dirigieren wie eine Armee die Körper ihrer Männer dirigiert. Aber nur so lange wie die gelenkten Menschen sozusagen schlafen und sich dieser Steuerung gar nicht bewusst sind. Wenn sie aber mal aufwachen und die Realität des Informationskrieges erkennen, wird es viel schwieriger, sie zu lenken. Dann funktioniert die Regel von Bernays nicht mehr, und genau das erleben wir derzeit bei tausenden von Menschen.

Nehmen wir das konkrete Beispiel Irakkrieg 2003. Damals ging es im Informationskrieg darum, dass die US-Regierung unter Präsident Bush die Heimatfront, also die eigene Bevölkerung, davon überzeugen wollte, dass der Irakkrieg richtig, notwendig und gerecht sei. Das war keine einfache Aufgabe für die Propagandaabteilung im Weißen Haus und die Massenmedien im Mainstream wie CNN oder New York Times. Denn in Wahrheit handelte es sich um einen illegalen Angriffskrieg ohne UNO-Mandat, der bis heute über 1 Million Menschenleben gefordert und den Aufstieg der Terrormiliz IS erst ermöglicht hat. Die Aufgabe der Kriegspropaganda ist es, diese unschönen Fakten in den Hintergrund zu rücken und den Krieg als wertvollen Beitrag zu den Menschenrechten darzustellen.

Natürlich wird der Informationskrieg an der Heimatfront nicht mit Flugzeugträgern oder Landminen geführt. Sondern mit Bildern und Worten. Konkret hat die Bush-Administration damals behauptet, der irakische Diktator Saddam Hussein habe etwas mit den Terroranschlägen vom 11. September 2001 zu tun. Das war völlig erfunden und erlogen. Aber es hat funktioniert. Denn 9/11 ist ein Trauma in den USA und auch in Europa, ein schlimmes Ereignis, das sich tief in die Seelen der Menschen eingegraben hat. Man kann es nicht leicht vergessen. Im Informationskrieg wurde das Trauma mit dem neuen Feind, also Irak, verbunden. Dadurch erhielt der Irak einen schlechten Ruf. Und das funktioniert wirklich. Bei einer Umfrage im Jahre 2006 erklärten 85 Prozent der US-Soldaten im Irak, dass ihre “Hauptmission” darin bestehe, “Saddam für seine Rolle bei den Terroranschlägen vom 11. September zu bestrafen”. Das Verrückte ist: Saddam hatte nichts mit 9/11 zu tun! Aber die Kriegspropaganda hat das in die Köpfe der Soldaten eingetrichtert, indem es immer wieder und zudem von verschiedenen Medien gesagt wurde. Tatsächlich muss man eine Lüge nur dauernd und in verschiedenen TV-Sendungen und Zeitungen wiederholen, dann wird sie oftmals geglaubt. Die Wiederholung ist das Entscheidende.

Eine weitere Lüge, welche die US-Administration an der Heimatfront einsetzte, war die Behauptung, der Irak besitze ABC-Waffen. Heute wissen wir, auch das war eine Lüge. Außenminister Colin Powell, der im Februar 2003 diese Lüge kurz vor dem US-Angriff im UNO-Sicherheitsrat der Welt präsentierte, zeigte später Reue und erklärte 2005, er fühle sich “furchtbar”, dass er vor der UNO angebliche Beweise für Massenvernichtungswaffen vorlegte, die sich als falsch erwiesen haben. Diese Rede sei ein “Schandfleck” in seiner politischen Karriere.

Wenn nun unabhängige Historiker mit Spezialgebiet Zeitgeschichte kommen und diese einfachen Tricks der breiten Öffentlichkeit in Vorträgen, Büchern und Interviews darlegen, dann werden die Mächtigen der Welt, die sogenannten 1 Prozent, natürlich nervös. Die Machtelite mag es nicht, wenn ihre Strategien, die jenseits aller Ethik ablaufen und nur darauf abzielen mehr Geld und mehr Macht anzusammeln, demaskiert werden. Daher werden auch die Intellektuellen angegriffen, wenn sie den Machtmissbrauch offen und deutlich kritisieren.

Und wie wird das dann gemacht? Wie läuft das ab?

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