Bill Fleckenstein: »Das war seit langer Zeit absehbar und das Blutbad wird nur noch schlimmer« | N8Waechter.info

Bill Fleckenstein im Gespräch mit Eric King von King World News,
veröffentlicht am 07.01.2015


Eric King: “Das Märchen geht zu Ende, aber dieser Tag musste kommen, stimmts?“

bill fleckensteinBill Fleckenstein: “Sie haben recht, es musste sein Ende finden. Für Menschen, die keine Investment-Profis sind und sogar für viele Investment-Profis selbst, ist eine der schwierigsten Sachen zu verstehen, wie eine Investment-Strategie, die so eindeutig dazu bestimmt ist zu funktionieren, einfach nur daliegen kann und nicht anspringt und einfach nicht tut, was man dachte dass sie tun würde.

Was ich hiermit meine ist, dass der Aktienmarkt lange und gut auf auf dem Rücken von nur mehr reiner Monetarisierung geschwebt ist.

Die Auflösung des Zweifels

In den ersten paar Jahren nach 2008 gab es wieder Zuwächse, nachdem sie das Blutbad durch all die Programme, die Regierungs-Bailouts und die Geldschöpfung gestoppt hatten. Seit 2011 aber, als QE3 begann, hatten wir wirklich eine gigantische Auflösung des Zweifels.

Zu dem Zeitpunkt schlussfolgerte die große Mehrheit der Leute: »Na sowas, die wissen wirklich was sie tun und dieses Mal wird es funktionieren.« Die wollten sich nicht eingestehen, dass es genau diese Politik war, welche diesen Schlamassel überhaupt erst verursacht hatte und es wurde dann die selbe Strategie verfolgt, nur noch größer und noch dreister.

Trotzdem hat es doch einiges an Zeit benötigt, bis das ultimative Versagen dieses Märchens anfing sich zu entfalten. Es sind nicht die 25 Basis-Punkte, die den Markt einbrechen lassen. Die haben vor 14 Monaten QE eingestellt und der Markt bewegte sich seitdem gewissermaßen seitwärts.

Dies war seit langer Zeit abzusehen

Wenn man bedenkt, dass die Zinsen 7 Jahre lang bei Null standen und wir hier in den Vereinigten Staaten $ 3 Billionen monetarisiert haben, dann waren die Wirtschaftsdaten verdammt schwach. Und das Selbe läuft in den meisten der G7-Staaten ab. Es ist niemals zu einer wirtschaftlichen Erholung gekommen und dies war seit langer Zeit absehbar.

China wird die Schuld an der Panik gegeben

Es war nicht vorauszusehen, wann der Bruch der Märkte stattfinden wird, aber wir haben im vergangenen Jahr einige Hinweise darauf bekommen und auch durch den Einbruch im Januar. Nun soll die nord-koreanische Wasserstoffbombe oder die chinesische Abwertung und deren Aktienmarkt-Absturz dafür verantwortlich gemacht werden. Aber China hat ein Problem mit seinen Schulden und fehlgeleitetem Kapital – genau wie wir und der Rest der Welt.

Es geht nicht um China. China wird die Schuld in die Schuhe geschoben, weil es aufstrebend ist. Aber mittlerweile sieht man, dass die Bonität sich verschlechtert. Junk-Bonds sind kollabiert und der Ölmarkt ist ein Wrack. Was glauben Sie wird mit all diesen Versicherungsunternehmen und Pensionsplänen passieren, die auf Erträge ihrer Kredite angewiesen sind? Und was ist aus den armen Schluckern aus dem Privatbereich, die der Meinung waren, sie hätten keine Wahl und sich für den Aktienkauf verschuldet haben?

Diese Fehlallokationen von Kapital laufen schon so lange, dass Menschen wie Jim Grant, Fred Hickey oder ich ausgelacht werden. Ich habe eine Menge Hass-Mails bekommen, in denen Leute sagen: »Du bist ein Idiot. Warum erzählst Du immer noch dieses Zeugs?«. Nun, man weiß nunmal nicht, wie lange es dauert bis sich alles rächt, aber irgendwann wird es dazu kommen müssen.

QE4 kommt

Und dieser Moment ist jetzt gekommen und es wird noch schlimmer werden, weil man in den Märkten nicht sparen kann. Die Zahlen waren schlecht, die Spekulation war hoch und die Weltwirtschaft verschlechtert sich. Aber die FED kann nicht zur Rettung eilen, bevor die globalen Aktienmärkte massiv einbrechen. Dann kommt QE4 und dann werden wir auch sehen, in welchem Ausmaß der FED geglaubt werden wird, was genau sie tun wird und welche Auswirkungen das dann haben wird.

Das Blutbad kommt schneller, als die Menschen denken

Es gibt keine Garantie dafür, dass den Zentralbanken dann noch geglaubt werden wird, denn 2008 wurde ihnen das ganze Jahr misstraut und 2001-2002 wurde ihnen ebenfalls nicht geglaubt. Im Moment scheint noch totales Vertrauen vorzuherrschen. Der Aktienmarkt hat geradezu auf einen Unfall gelauert, jetzt passiert der Unfall und das Blutbad wird sich viel schneller abspielen, als die Menschen denken.

Trotzdem wird es in zwei Schritten ablaufen. Zuerst wird es den großen Einbruch am Aktienmarkt geben, dann wird die FED tun was auch immer sie tun wird und dann muss man sehen, was man als Nächstes macht.

Das gilt auch für Gold und Silber

Das trifft auch auf die Edelmetalle zu. Sie wurden gehasst und gemieden, weil niemand glaubte sie zu brauchen, solange die Zentralbanken die Lage unter Kontrolle haben. Sie sind also im Grunde die Kehrseite des Vertrauens, welches die Aktien in die Höhe getrieben haben.

Es ist kein Zufall, dass Gold, nachdem der Markt zu einem Zeitpunkt im Jahr schwer eingebrochen ist, an dem dies nicht hätte passieren sollen, plötzlich angefangen ist zu steigen. Und was wird passieren, wenn Gold weiter steigt und endlich Nachfrage entsteht und der Kurs sich bessert?

Gold wird wieder einmal aufgrund von Nachrichten steigen, die auch früher kräftige Anstiege verursacht haben und die Leute tauchen dann plötzlich aus der Versenkung auf und wollen es haben – und dann wird es ein gigantisches Gedränge geben. Hat dieser Prozess bereits angefangen? Sehr wahrscheinlich hat er das. Es ist absolut erwähnenswert, dass es einigen der Minenwerte inzwischen wieder besser geht.

Beides wird sich zur gleichen Zeit abspielen, dennoch ist es ein unterschiedlicher Ausdruck der selben Sache. Gold ist eine Möglichkeit für die Leute zu sagen: »Diese Politik ist verrückt. Ich weiß, was die Zentralbanken machen werden und ich kann Gold besitzen, um damit mein Kapital zu schützen und Geld zu verdienen. Der Aktienmarkt ging nur nach oben, weil die Leute diesen Idioten geglaubt haben und dieser Glaube geht nun zuende.«

Die Leute können also ihre Zweifel an den Zentralbanken dadurch ausdrücken, dass sie mit Aktien short gehen oder bei Gold long gehen. Ich mache aktuell beides. Jedenfalls denke ich, dies war die längste Antwort, wie ich in meiner Karriere jemals auf eine so kurze Frage gegeben habe.“

Quelle: Bill Fleckenstein: »Das war seit langer Zeit absehbar und das Blutbad wird nur noch schlimmer« | N8Waechter.info

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