Moskau: Chemiewaffen-Einsatz durch Daesh in Syrien – „sehr wahrscheinlich“

In Syrien kam es zu Sarin Gas-Angriffen: Dies meldetet die syrische Regierung der UN. Russland vermutet, dass radikale Islamisten das Nervengas gegen die Zivilbevölkerung einsetzt. Dabei steht die Türkei unter Verdacht den Terroristen die Komponenten zu liefern.
Mann mit Gasmaske

Mann mit Gasmaske

Foto: ARMEND NIMANI/Getty Images

Fakten weisen darauf hin, dass die Terrororganisation „Islamischer Staat“ und andere radikale Islamisten Chemiewaffen in Syrien einsetzen. Dies gab das russische Außenministerium am Dienstag bekannt.

Die Wahrscheinlichkeit, der Daesh (Islamischer Staat, IS) und andere Extremisten würden chemische Waffen in Syrien verwenden, stufe Moskau demnach als „sehr hoch“ ein.“Es gab schon mehrfach Hinweise auf einen Einsatz chemischer Waffen durch IS-Militanten und im weiteren Sinne durch islamistische Radikale,“ sagte ein Sprecher des Außenministeriums, berichtet „Sputniknews“.

Diese chemischen Angriffe hätten bereits im März 2013 begonnen. Damals wurden erstmals syrische Regierungstruppen in der Stadt Khan al-Assal von Dschihadisten mit Chemiewaffen angegriffen, heißt es aus Russland.

Deshalb ruft Moskau die internationale Gemeinschaft nun dazu auf, die Vorwürfe über den Einsatz von Chemiewaffen durch den Daesh und die damit verbundenen möglichen Sarin-Lieferungen aus der Türkei, zu untersuchen.

„Es gibt Fakten die in diese Richtung zeigen. Deshalb glauben wir auch, dass die Wahrscheinlichkeit sehr hoch ist, dass diese Waffe von den Militanten verwendet wird“, so der Sprecher.

Türkei als Chemiewaffen Lieferant?

Am 14. Dezember sagte das türkische Parlamentsmitglied Eren Erdem (CHP) in einem Interview mit dem Sender „RT“, dass die Türkei Materialien zur Herstellung von chemischen Waffen, wie dem tödlichen Sarin Gas, in 2013 an die IS-Terroristen nach Syrien geliefert habe.

Die türkische Regierung, unter Präsident Recep Tayyip Erdogan, habe von den Lieferungen gewusst, so der Oppositionspolitiker.

Der Fall über die Chemiewaffenlieferung an den Daesh erlangte in der Türkei gewisses Aufsehen und es kam sogar zu 13 Verhaftungen durch türkische Sicherheitskräfte und zu einem Prozess. Aber einige Wochen später wurde ein neuer Staatsanwalt eingesetzt und der Fall wurde überraschend geschlossen. Alle Verdächtigen wurden später schuldfrei gesprochen, obwohl es Aufzeichnungen von Telefonaten zwischen Vertretern des Daesh und nicht benannten Türken als Beweismittel gab.

In den Tonaufnahmen waren alle Details zu hören, wie die Lieferung der Chemikalien abgelaufen ist und wie man das Nervengift herstellen kann. Doch trotz der Beweise wurden die Verdächtigten freigelassen.

Sarin-Angriffe in Syrien

Sarin ist ein tödliches Gas das von den Vereinten Nationen als Massenvernichtungswaffe klassifiziert wurde. In der Vergangenheit wurde die syrische Regierung beschuldigt Sarin-Angriffe gegen die Zivilbevölkerung geführt zu haben. Dies führte zu einem von der UN ausgehandelten Abkommen, nachdem alle erforderliche Grundstoffe für die Sarin-Produktion aus Syrien entfernt wurden.

Jetzt kam es in Syrien laut UN jedoch erneut zu Sarin, oder Sarin Gas-ähnlichen, Zwischenfällen. In dem von der UN am Montag veröffentlichten Bericht heißt es, dass mindestens elf Menschen mit einem tödlichen Nervengas in Berührung gekommen seien. Die syrische Regierung meldete der UN die Vorfälle. Es wird vermutet, dass die Angriffe von radikalen Islamisten verübt wurden. (so)

Quelle: Moskau: Chemiewaffen-Einsatz durch Daesh in Syrien – „sehr wahrscheinlich“

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s