Es kommt, wie es kommt. Jedenfalls anders. – Der BRD Schwindel

Mit dem sich zu Ende neigenden alten Jahr darf ich mit zwei Voraussagen aufwarten, einer utopisch anmutenden und einer etwas realistischeren. Die eine liefert uns eines dieser mit Werbeaufträgen der Öffentlichen Hand verwöhnten Boulevardblätter, und diese lautet:

„2016 wird viel besser als 2015“.

Denn, so das bedruckte Papier mit dem anmaßenden Titel Österreich: 1. Die Konjunktur springt an. 2. Die Regierung reagiert darauf, der Arbeitsmarkt wird belebt. 3. Das Flüchtlingsproblem kriegt Europa in den Griff, und 4. In Österreich bricht die EUROphorie aus.

Großartig! Super! Bei soviel Optimismus bleibt einem nicht anderes übrig als den Überbringer der weniger guten Nachricht zu spielen, man wird mich deshalb schon nicht steinigen,  und die keineswegs regierungsgenehme Botschaft unters Volk zu bringen:

2016 wird uns Normalverbraucher ziemlich hart zusetzen. Wetten?!

Es bleibt nur die Hoffnung, daß es nicht schlimmer kommt als es viele bereits erahnen. Unser Wohl und Wehe hängt ja nicht nur von uns ab, ja eigentlich immer weniger.

Nicht erst seit der kleine österreichische Polit-Kikeriki in den Fußstapfen einer medial aufgeblasenen atlantischen Agentin über sich hinauskräht, purzeln für halb Europa, den Osten hat man anscheinend bereits abgeschrieben, die Überraschungen nur so vom Himmel. Wer hätte bloß vor einem Jahr es für möglich gehalten, was in so einer kleinen österreichischen Null alles steckt. Und wer hätte gedacht, daß einmal eine biedere vertrauliche Mitarbeiterin jetzt neuer Dienste im Namen der Vergangenheit ein ganzes Volk in Geiselhaft nehmen könnte?

Wirklich Glücksfälle, was könnten denn nicht die Deutschen mit ihrer Freiheit schon wieder Schlimmes anrichten? Haben sie doch aus ihrer Geschichte nichts gelernt, oder? Und wie sonst könnte denn ein „neutrales“ Österreich in getreuer EU-Waffenbrüderschaft an allen NATO-Fronten präsent sein ohne dabei zu erröten? Dabei sein ist eben alles, und dieses kostet uns nicht nur eine Kleinigkeit, es bringt uns sogar noch etwas:

Die Aussicht auf mehr Terror!

Bevor es nun aber zu tragikomisch wird, sollten wir uns ab jetzt weniger an Wiener oder Berliner Kopflosigkeiten orientieren, sondern erst einmal die Ausgangslage zur Kenntnis nehmen. Zu allererst dies: Der Euro ist gescheitert. Die Integration ist gescheitert. Diese Europäische Union ist gescheitert. Nur weiß sie es noch nicht, aber sie wird es vermehrt zu spüren bekommen.

Dem europäischen Haus drohen weitere Invasion und Eroberung, Chaos, bürgerkriegsähnliche Unruhen, Massenarbeitslosigkeit und sozialer Abstieg, Spaltung Europas. Einzig die moralische Verkommenheit der Eliten ist noch intakt.

Wem das noch nicht reicht, der darf sich unter Umständen auch noch auf einen ordentlichen „Crash“ und/oder auf einen durch den Niedergang der USA erzwungenen Präventivkrieg gefaßt machen. Vielleicht auf beides. Schließlich ist, wie Blogger David Stockman bemerkt, das „imperiale Washington“ heute so

„töricht, verantwortungslos und blutrünstig wie Berlin, Paris, St.Petersburg und London im August 1914“.

Aber auch ohne einen solchen Krieg bliebe uns ohne Sprengung der Mutter Germania auferlegten Ketten ein selbstverschuldetes Schicksal nicht erspart. Und dieses hieße am Ende im günstigsten Falle: zivilisatorische Finsternis im Westen. Das klingt wenig erbaulich, ich weiß, und wenige werden sich mit diesen Aussichten anfreunden wollen. Verständlich. Aber klar sollte doch sein, daß Krisen nicht vom Himmel fallen, sondern mitunter absichtlich herbeigeführt werden, denn, und Henry Kissinger hielt damit nicht hinter dem Berg:

„man konzipiert eine neue Weltordnung nicht für den Krisenfall. Vielmehr braucht man einen Krisenfall, um eine neue Weltordnung hervorzubringen“.

Daß diese in den USA erdachte Neue Weltordnung aber noch von einer untergehenden Supermacht ohne Erstschlag eingeführt werden könnte, scheint immer unwahrscheinlicher. Die von den USA ausgehende Globalisierung hat uns zwar das bekannte Chaos beschert, doch eine globale Ordnungspolitik neokonservativen Strickmusters kann heute durch Washington auf normalem Wege nicht mehr realisiert werden. Wohl aber reichte es noch für den Supergau auf globalem Schlachtfeld.

Die internationalen Beziehungen müssen also schnellstens neu gestaltet werden, damit das angedeutete Ende nicht über uns hereinbricht, was ja nicht ganz ausgeschlossen ist, denn ein internationaler Konsens ist vorerst nicht in Sicht. Es wäre aber falsch, sich die Lösung der Probleme in unserem Sinne ausschließlich von oben oder von draußen zu erwarten. Denn dazu scheint der politische Wille derzeit nirgendwo vorhanden. Müßte denn dann nicht der Gestaltungswille von unten kommen? Schließlich geht es nicht an, daß etwa Freiheit oder Gerechtigkeit von der fernen Bürokratie in Brüssel oder einer außereuropäischen Hauptstadt definiert wird.

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