Vorsicht Pharma! Skeptischer Doktor gegen das Herumdoktern an Daten

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Zehn Dinge, an die Sie sich erinnern sollten, wenn Ihnen das nächste Mal etwas über die Gesundheit erzählt wird: Sie können kaum eine Zeitung zur Hand nehmen oder Radio und Fernseher einschalten, ohne mit Gesundheitsratschlägen bombardiert zu werden. Gehen Sie zum Arzt, so erhalten Sie nicht nur in etwa dieselben Ratschläge, sondern man verschreibt Ihnen auch oft das eine oder andere Medikament – nicht etwa, weil Sie krank sind, sondern weil Blutdruck oder Cholesterinwert zu hoch ist (Gesundheit: Cholesterin schadet? Alles erfunden!).

Sind Sie eine Frau, wird man Sie dazu drängen, eine Mammografie vornehmen oder sich auf Gebärmutterhalskrebs untersuchen zu lassen. Sollten Sie in Ihrer Menopause sein oder diese hinter sich haben, wird eine Hormonersatztherapie verordnet.

Fragen Sie den Arzt nach den Gründen, so wird Ihnen vermutlich erklärt, er oder sie folge erprobten, auf wissenschaftlicher Forschung basierenden Richtlinien. Womöglich wurde auf Ihren Arzt auch Druck ausgeübt, alle Patienten zur Teilnahme zu bewegen.

Dr. Malcolm Kendrick ist ein Arzt, der gegenüber dieser Fülle von Empfehlungen skeptisch geworden ist. Ein Teil der Ratschläge ist sicherlich korrekt – die Belege dafür, dass Rauchen Ihrer Gesundheit schadet, sind überwältigend. Doch als Dr. Kendrick damit begann, nach den Belegen zu suchen, auf denen andere uns erteilte Empfehlungen fußen, fand er heraus, dass eine Menge davon nicht nur fadenscheinig sind, sondern es sie teils gar nicht gibt. Viele der in Aussicht gestellten Verbesserungen, selbst die tatsächlich eintretenden, sind so gering, dass sie der Mühe gar nicht wert sind – vor allem dann, wenn man sie mit ihren Nebenwirkungen ins Verhältnis setzt.

In Wahrheit wissen die Experten nicht so viel, wie sie Sie glauben machen wollen. Schlimmer noch, manche von ihnen haben ein persönliches Interesse daran, Sie zum Befolgen ihrer Ratschläge zu bewegen, besonders wenn es um Medikamente geht.

Dr. Kendrick hat aufgrund seiner Nachforschungen ein „Instrumentarium zur Wahrheitsfindung“ erstellt: Zehn Dinge, an die Sie sich erinnern sollten, wenn Ihnen das nächste Mal etwas über die Gesundheit erzählt wird [siehe: Kendrick, Dr. Malcolm: „Doctoring Data“ (Caldicot, UK: Columbus Publishing, 2015)].

1. Assoziation ist nicht gleich Kausalität.

Wenn Menschen, die mehr rotes Fleisch essen, einem höheren Herzkrankheitsrisiko unterliegen, bedeutet das, der Verzehr roten Fleisches ist schlecht für Ihr Herz? Man könnte es vermuten, da eine Studie der Harvard University (1) herausfand, dass Menschen, die mehr rotes Fleisch essen, ein höheres Herzkrankheitsrisiko aufweisen. Und so wurde es von den Medien dargestellt.2 Allerdings enthüllte die Studie auch, dass Menschen, die vermehrt rotes Fleisch essen, außerdem mehr Kalorien zu sich nehmen, sich weniger bewegen und eher zum Rauchen neigen.

2. Wir alle werden sterben.

Oftmals lesen wir von dem einen oder anderen neuen Medikament, das Leben rettet, obwohl es im besten Falle den Tod hinauszögern kann. Die wichtige Frage lautet somit: „Um wie lange?“ Dr. Kendrick verweist auf eine Presseveröffentlichung3, in der verlautbart wurde, man könne jährlich etwa 50.000 Menschenleben retten, würde man 10 Millionen Menschen mit Statinen behandeln. Er meint, dies könne man auch aussagekräftiger formulieren: Ließen sich 200 Menschen ein Jahr lang behandeln, so würde dies für 199 von ihnen keinen Unterschied machen. Ein Einziger würde noch einige weitere Monate leben.4

3. Aus Mücken werden halbe Elefanten gemacht.

Nach einer Berichterstattung der BBC5 verdreifacht sich das Risiko, an Kehlkopfkrebs zu erkranken, wenn man regelmäßig zwei große Gläser Wein trinkt oder täglich zwei Krüge starken Biers. Das klingt alarmierend, aber nur 2,5 von 100.000 Briten sterben an Kehlkopfkrebs. Selbst wenn es sich nun hierbei um Ursache und Wirkung handelt und nicht nur um eine Assoziation (Menschen, die trinken, neigen auch eher zum Rauchen, zu weniger Bewegung und so weiter), so ist die Anzahl der Betroffenen doch sehr gering. Dreimal eine winzige Menge bleibt eine winzige Menge.

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Weiterlesen und Quelle: http://www.pravda-tv.com/2015/11/vorsicht-pharma-skeptischer-doktor-gegen-das-herumdoktern-an-daten/

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